Mangel und Knappheit

Wir leben in einer Welt, die in sehr vielen Bereichen geprägt ist von Mangel und Knappheit (qualitativ wie quantitativ).

Beispiele:
  • Geld (Privatpersonen: Ich kann es mir nicht leisten | Unternehmen / Staaten: es ist nicht finanzierbar)
  • Lebensraum / Wohnraum (immer mehr Menschen leben auf engem Raum zusammen)
  • Ressourcen (Sauberes Wasser, Saubere Luft, Fruchtbare Böden, qualitativ hochwertige Lebensmittel, Biodiversität, intakte Wälder, sonstige Bodenressourcen etc.)
  • Gesundheit (Permanent steigende Anzahl an Krankheiten und Kranken, sinkendes Krankheitsalter)
  • Zeit (Ich muss mich beeilen, ich habe keine Zeit mehr…)
  • Wissen / Erkenntnis (als kollektiv wissen wir vieles, als Einzelne jedoch kaum etwas)
  • Bezüge und Beziehungen (zu seinem unmittelbaren Lebensraum, von Mensch zu Mensch und von Mensch zu Natur)
  • Liebe und Vertrauen (gegenüber seinen Mitmenschen)
  • Gerechtigkeit (die Einen im materiellen Überfluss leben und Andere nicht das Nötigste haben)
  • Sinn (die meisten arbeiten nur, weil sie Geld verdienen müssen)
  • Frieden (Kriege, Terror und Gewalt an der Tagesordnung sind)
  • und noch etliche weitere Punkte könnte man ergänzen

Details zu den einzelnen Punkten siehe unter System – Fehler, Ursachen und Lösungen

Da Mangel und Knappheit eine so zentrale Rolle im Leben von Menschen einnehmen, muss deren Ursache logischerweise auf etwas zurückzuführen sein, das unser Zusammenleben auf ebenso zentrale und grundlegende Art und Weise bestimmt und beeinflusst. Geld und Handel sind beides Dinge, die das Zusammenleben von Menschen seit vielen Jahrtausenden wie kaum etwas anderes prägen.

Dass Geld in Verbindung mit dem heutigen Geldsystem zusätzlich verknappt und daher Mangel fördert, habe ich bereits unter Mängel – Geld beschrieben. Doch auch, wenn man sich die grundlegenden Prinzipien und Spielregeln von Handel und Wirtschaft ansieht, so kann man erkennen, dass auch hier Mangel und Knappheit eine wesentliche Rolle spielen. Hierauf möchte ich im Folgenden näher eingehen.

“Ökonomie ist die Wissenschaft über den optimalen Einsatz knapper Ressourcen”
Wirtschaftendes Handeln, so wie es seit Langem betrieben wird, ist also per Definition nicht dazu geeignet, um in die Fülle zu kommen. Denn Wirtschaft und Handel gehen davon aus, dass Ressourcen stets knapp sind.
Diese Grundannahme der Knappheit muss sich natürlich auch in den Regeln der Ökonomie widerspiegeln:

„Wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot, steigt der Preis.“
Durch dieses ökonomische Grundregel wird systemisch bedingt Knappheit erzeugt. Denn anstatt, dass die Mechanismen des Marktes primär dafür sorgen würden, dass Knappheit überwunden wird bzw. gar nicht erst entsteht, wird die Knappheit sogar noch vergrößert, indem die Anbieter umso mehr den Preis erhöhen, je knapper das Angebot ist.
Und dass man auch mit fiktiver Knappheit die Begehrlichkeit und damit die Preise und Umsätze in die Höhe treiben kann, braucht man dem Handel nicht zweimal zu sagen („stark limitierte Auflage“, „nur noch wenig auf Lager“, „nur noch heute“ etc.).

Wenn man ein Kind danach fragt, was man tun muss, wenn von einer Sache zu wenig da ist, so würde es eine einfache Antwort darauf geben: „Wenn zu wenig da ist, muss mehr hergestellt werden, also das Angebot vergrößert werden.“
Das Kind weiß nichts von den Spielregeln der Erwachsenen-Welt. Es denkt geradeaus und ohne Dogmen. Dem Kind geht es darum, den vorhandenen Mangel im Interesse und zum Wohle aller Beteiligten so schnell und einfach wie möglich aufzulösen. Jedoch ohne sich durch die Spielregeln und Vorgaben von Geld und Handel beschränken zu lassen.

Zudem gibt es auch keine Methode, mit der es möglich wäre, die tatsächliche Nachfrage innerhalb eines Marktes zu bestimmen. Denn sobald der Handel Werbung/Marketing betreibt, wird die Nachfrage eben davon beeinflusst und manipuliert (der Handel kreiert sich hierdurch die benötigte Nachfrage selbst). So etwas wie eine neutrale und unbeeinflusste Nachfrage des Marktes gibt es daher nicht. Der Handel schafft es auf diese Weise, Bedürfnisse bei Menschen zu erwecken, die sie zuvor gar nicht oder nicht in dem Umfang hatten.
→ Durch die Herstellung von unnötigen Gütern wird unnötigerweise Knappheit vermehrt (auch menschliche Energie und Lebenszeit bei allen Beteiligten vergeudet, die für sinnvolle Dinge genutzt werden könnten)
Zudem ist die Nachfrage von Marktteilnehmern auch nicht gleichzusetzen mit der Nachfrage von Menschen. Denn bei der Nachfrage von Marktteilnehmern werden ja schon diejenigen gar nicht mit einbezogen, die es sich zu dem am Markt angebotenen Preis nicht (mehr) oder nur noch in beschränktem Umfang leisten können. D.h. die Nachfrage von Menschen wäre eigtl. größer, wird jedoch vom Handel gar nicht erfasst, da sie für den Handel nicht relevant ist. Vor allem auch die Nachfrage nach Regionalität und Qualität (gerade in den Bereichen Lebensmittel und Handwerk) wäre viel größer, jedoch wird der Handel nichts anbieten können, wenn es keine oder nicht ausreichend Käufer gibt, die sich dies auch leisten können und wollen. Unter anderem hieran kann man erkennen, dass der Handel sich nicht für die Bedürfnisse von Menschen, sondern lediglich für die Bedürfnisse von Marktteilnehmern interessiert.
→ Durch diesen Umstand wird Mangel und Knappheit bei denjenigen erzeugt und vermehrt, die nicht oder nur noch in beschränktem Umfang am Markt teilnehmen können (weil sie sich nicht mehr leisten können)
→ Handel ist nur zuständig für die Verteilung und Verwaltung von knappen Ressourcen, nicht wie Fülle erreicht werden kann

Beispiele, wie Handel Mangel und Knappheit erzeugt und sogar davon profitiert:

Der Handel und dessen materielle Gewinninteressen, zerstören und verschmutzen die Umwelt und damit die Lebensgrundlage für alle Lebewesen auf dieser Erde. Der Grund hierfür ist, dass Menschen, die Handel treiben, mehr und mehr dazu übergehen, in materiellen und quantitativen Strukturen zu denken. Kurzum diese Erde nur noch als Ressource betrachten, und nicht mehr als Lebensraum. Das zynische am Handel ist jedoch, dass er diesen Mangel an intakter Umwelt nicht nur erzeugt, sondern sogar noch davon profitiert, je mehr die Umwelt zerstört und verschmutzt wird.
Wie kann der Handel davon profitieren?
→ Der Handel kann immer mehr Waren / Dienstleistungen / Lösungen anbieten, die diesen Mangel an intakter Umwelt kompensieren (Reinigung von verunreinigten Ressourcen w.z.B. Wasser & Luft, Wiederherstellung der Gesundheit: Umweltverschmutzung als ein Grund für Erkrankungen)
Da der Handel ein systembedingtes Bedürfnis hat, sich auszubreiten, dringt er in immer mehr Lebensbereiche vor. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Beziehungen von Mensch zu Mensch durch Handelsbeziehungen ersetzt werden. Der Handel gibt zwar vor, sich für den Menschen zu interessieren, jedoch ist das Einzige, wofür er sich wirklich interessiert, die materielle Ebene. Handelsbeziehungen reduzieren die komplexen und vielschichtigen Beziehungen zwischen Menschen auf eine äußerst primitive und einfältige Ebene der Quantität. Die immer weiter fortschreitenden Spezialisierung bewirkt auch eine im gleichen Maße fortschreitende Trennung von der Natur bis zu dem Zeitpunkt, wo wir in unserer ganz eigenen, künstlichen und toten Welt leben, die scheinbar immer weniger Beziehung zur Natur erfordert. Und selbst diejenigen, die unsere Lebensmittel produzieren, haben auf Grund der Erfordernisse der Märkte und der damit verbundenen fortschreitenden Technisierung mittlerweile mehr Beziehungen zu Maschinen und Technik als zu den Lebensmitteln und der Natur.
Wie kann der Handel davon profitieren?
→ Der Handel kann immer mehr Waren / Dienstleistungen / Lösungen anbieten, die diesen Mangel an Beziehungen sowohl „von Mensch zu Mensch“ wie auch „von Mensch zu Natur“ kompensieren
(Menschen zahlen Geld für Produkte, die uns die Natur kostenlos schenkt, z.B. Medikamente, Naturheilmittel; Oder für Produkte und Dienstleistungen, die allein durch die Beziehung zu anderen Menschen kostenlos verfügbar wären, z.B. Nachbarschaftshilfe. Oder für Produkte und Dienstleistungen, die durch den Mangel an Beziehung und Vertrauen zu seinen Mitmenschen entstanden sind, z.B. Überwachungskameras, Sicherheitsschlösser, Sicherheitsdienste
Konkurrenz führt dazu, dass Menschen, angetrieben durch Existenzängste oder der Aussicht auf materiellen Wohlstand, immer mehr arbeiten (als Unternehmer, um auf dem Markt bestehen zu können bzw. erfolgreicher zu sein als andere, als Angestellter, um seine Stelle zu sichern, interne wie externe Konkurrenz um einen Posten oder, um Karriere zu machen). Dadurch haben Menschen folglich immer weniger Zeit, um Dinge selbst zu machen.
Zudem führt das verzinste Geldsystem dazu, dass alle Preise teurer werden, wodurch Menschen mehr arbeiten und damit deutlich mehr Zeit aufbringen müssen als nötig wäre (siehe Mängel – Geld)
Wie kann der Handel davon profitieren?
→ Der Handel kann immer mehr Waren / Dienstleistungen / Lösungen anbieten, die diesen Mangel an Zeit kompensieren
(Fertignahrung, Mikrowellen-Essen, Schnell-Restaurants & Imbisse, Coffee to go, Kinderbetreuung, Haushaltshilfe, Technik, die vermeintlich Zeit spart etc.)
Konkurrierendes Verhalten, wie es im Handel üblich ist, führt zu einer immer weiter fortschreitenden Spezialisierung des Wissens, da diese als Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz genutzt werden kann (höhere Qualität > größere Effizienz in der Produktion > niedrigere Preise).
Die Spezialisierung des Wissens führt dazu, dass Einzelne zwar immer mehr von einer Sache wissen, jedoch immer weniger von anderen Bereichen, wodurch sie immer abhängiger vom Wissen anderer Menschen werden.
Wie kann der Handel davon profitieren?
→ Menschen, die immer weniger universelles Wissen haben, kann der Handel immer mehr Waren / Dienstleistungen / Lösungen anbieten, die diesen Mangel an Wissen kompensieren
(z.B. Waren & Dienstleistungen aus den Bereichen Lebensmittel und Handwerk etc. die Menschen früher noch selbst gemacht haben, als jeder Einzelne noch mehr universelles Wissen und Zeit hatte. Aber auch Wissen selbst wird zum Handelsgut, freilich nur solches, das dem Handel nützt, darum auch die Unterteilung in unterschiedliche Fächer und Fachdisziplinen, die Menschen auf ein Handelssystem abrichten, das einen hohen Grad der Spezialisierung aufweist. Würden Bildungssysteme universelles und damit relevantes Wissen vermitteln, welches die Eigenständigkeit und Souveränität, aber auch die Potenziale eines jeden einzelnen Menschen fördert, so würde sich das Handelssystem selbst auflösen, woran der Handel verständlicherweise kein Interesse hat)
Und noch etliche weitere Beispiele und Wechselwirkungen könnte man ergänzen. Alle Angebote und „Lösungen“ haben jedoch eines gemeinsam: es werden nie Ursachen, sondern immer nur Symptome behandelt bzw. Mängel und Probleme „verschlimmbessert“.

„Knappheit bzw. knappe Güter sind der Grund des wirtschaftenden Handelns von Menschen.“
(Auszug aus dem Gabler Wirtschaftslexikon zum Eintrag „Knappheit“)
Handel macht also nur „Sinn“, wenn tatsächlich auch Mangel und Knappheit herrschen und Lebewesen, in dem Wissen, dass nicht genug für alle da ist, um ein begrenztes Angebot konkurrieren müssen.

Dass die materiellen Ressourcen jedoch vor etlichen tausend Jahren, also zu der Zeit, als der Handel angefangen haben muss, nicht knapp gewesen sein können, kann man an Folgendem feststellen:
Zum Einen gab es damals viel weniger Menschen auf der Erde (nur ein paar Millionen laut Wikipedia) und zum Anderen war die Natur noch wesentlich reichhaltiger und intakter als dies heute der Fall ist (die Biodiversität geht seit dem Zeitpunkt zurück, wo Menschen angefangen haben, sich als etwas von der Natur Getrenntes zu betrachten und die Natur nicht mehr als Lebensraum, sondern als Ressource zu sehen).
Zum Anderen wusste jeder einzelne Mensch deutlich mehr über die Abläufe in der Natur als heute, da sie noch eine sehr viel stärkere Beziehung zu ihr hatten (sie lebten schließlich von und mit der Natur, nicht vom Supermarkt). Auch die Beziehung zu Familie und Nachbarn muss deutlich ausgeprägter gewesen sein, wodurch sie insgesamt wesentlich eigenständiger und selbstbestimmter waren als dies heute der Fall ist.
Ein Mangel an materiellen Ressourcen kann also nicht vorhanden und damit auch nicht der Grund dafür gewesen sein, warum Menschen damit angefangen haben, Handel zu treiben. Der einzig mögliche Grund hierfür kann nur ein Mangel an geistigen Ressourcen gewesen sein, der dazu geführt hat, dass sich Menschen unwissend auf einen Gedanken einließen und ihn fortsetzten, der ihnen selbst und all ihren Nachkommen Schaden zufügen würde. Der geistige Mangel (in Form von Wissen und Beziehung) muss bereits zu groß gewesen sein.

Denn Menschen, die in der geistigen Fülle sind und in Beziehung zu allem Lebendigen stehen, werden nicht damit beginnen, Handel zu treiben. Nicht nur, weil sie erkennen würden, welche zwangsläufigen Konsequenzen damit verbunden wären, sondern auch, weil sie überhaupt keinen Sinn und keine Notwendigkeit darin erkennen könnten, auf eine andere Art und Weise miteinander in Beziehung zu gehen, als sie dies bisher taten (siehe nächster Punkt). Handel könnte ihnen nichts bieten, was sie nicht bereits haben, miteinander teilen oder sich gegenseitig aus der Fülle heraus schenken.

Ursachen für den geistigen Mangel

Eine wesentliche Ursache für die Entstehung dieses geistigen Mangels ist:
Eine immer stärkere Beziehung mit dem Toten (Rituale, Religionen, Technik, tote Materialien, später Geld etc.) anstatt mit dem Lebendigen (der Natur und allen Lebewesen).

Technisierung und ihre Konsequenzen

Verglichen mit dem lebendigen Organismus der Natur ist auch die komplizierteste technische Erfindung der Menschheit (Computer, Raumsonden etc.) nur ein einfältiges und primitives Instrument. Denn all diese Maschinen wurden aus zerstückelten oder geschmolze­nen Teilen gebaut, die aus dem lebendigen Organismus der Natur entnommen wurden.

Stell dir mal ein Wesen vor, das ein fliegendes Flugzeug zerstört, um sich aus dessen Teilen einen Hammer oder einen Schaber zu machen, und dann stolz darauf ist, ein so primitives Werkzeug angefertigt zu haben. Dieses Wesen versteht nicht, dass man ein fliegendes Flugzeug nicht endlos zerstören kann. Der Computer gilt als eine Errungenschaft des Verstandes, aber nur wenige verstehen, dass man ihn mit einer Gehirnprothese vergleichen kann. Kannst du dir vorstellen, was mit einem gesun­den Menschen passiert, der an Krücken geht? Seine Beinmuskeln würden bestimmt verkümmern. Eine Maschine kann niemals das menschliche Gehirn übertreffen, sofern es ständig geschult und beansprucht wird.
Aus der Buchreihe Anastasia von Vladimir Megre (siehe unter Beweggründe - Bücher, Musik & Filme)

Wenn Menschen also eine immer stärkere Beziehung zu toter Materie / Technik eingehen, so werden sie zwar immer mehr über die tote Materie / Technik wissen, jedoch immer weniger über das Lebendige (die Natur).

In dem Maße, wie Menschen unvernünftige Ersatzmechanismen für ihre natürlichen Fähigkeiten erfinden, werden sie ihre natürlichen Fähigkeiten verlieren.

Und da das Hirn sich so entwickelt, wie man es (im Idealfall mit Begeisterung) benutzt, werden sich natürliche Fähigkeiten bei verminderter Nutzung teilweise und bei Nichtbenutzung vollständig zurückentwickeln.
Siehe hierzu Ergebnisse aus der Hirnforschung: unter anderem von Prof. Hüther

Beispiele:
Zum Einen wissen immer mehr Menschen etwas über Computer, ja sogar denken sie immer mehr in der Logik des Computers. Zum Anderen werden alle geistigen Fähigkeiten, bei denen der Computer uns behilflich ist bzw. sie uns abnimmt, sich zurück entwickeln: Gedächtnis, Rechnen, Visualisierende Fähigkeiten, Orientierung, eigenständiges Denken (nicht mehr Googeln) etc.
(Genauso könnte man hier natürlich auch andere technische Erfindungen wie Taschenrechner, Fernseher oder auch viel weiter zurückliegende Erfindungen aufzählen; neben den geistigen Mangelerscheinungen rufen viele dieser Erfindungen jedoch auch körperliche Mangelerscheinungen hervor – Bewegungsmangel z.B. führt zu Muskel-Rückbildung)
Die lebendige Beziehung zwischen Lebewesen ist der natürliche Mechanismus, der keiner Erklärung bedarf. Handel und Märkte sind Ersatzmechanismen, die die Beziehungen zwischen Menschen auf eine materielle und damit stark beschränkte Ebene reduzieren. Sie lassen Menschen Rollen (Verkäufer, Käufer, Konsumenten etc.) innerhalb eines erdachten Spiels einnehmen (die Entstehung der Person* als Folge von Handel und Recht). Und je mehr sie sich auf diese stark beschränkte Beziehungsebene einlassen und sich mit diesen Rollen und Werten identifizieren (Begeisterung siehe oben), desto mehr wird sich auch ihr Geist dieser beschränkten Ebene anpassen.
*aus lat. persona „Maske des Schauspielers; Bühnenrolle; Person, Persönlichkeit“, zu lat. personare „durch und durch ertönen, laut erschallen“ (d. h. „beim Spiel durch den Mund der Maske sprechen“), aus lat. per „durch“ und lat. sonare „tönen“, zu lat. sonus „Ton, Schall“

Es gibt keine Freiheit ohne die Beziehung zu allem Lebendigen.
Je stärker die Beziehung zum Toten (z.B. Technik und Geld) ist, desto größer wird die Abhängigkeit und damit die Unfreiheit. Wird das Lebendige (Tiere, Pflanzen oder auch Menschen) jedoch vom Menschen abhängig (Gießen, Düngen, Füttern etc.) gemacht, so wird aus der Beziehung eine Abhängigkeit, die wiederum Unfreiheit auf beiden Seiten zur Folge hat.

Warum keinen Handel?

Handel hat zwangsläufig die oben genannten Konsequenzen und muss zum Niedergang einer jeden Zivilisation führen. Genauso wie es keine unvorhersehbaren oder temporären Krisen gibt. Dies wäre ungefähr so, wie wenn ein Programmierer behaupten würde, dass gewisse Programmabstürze (analog: Krisen) von alleine wieder verschwinden würden. Sind etliche Fehler und Unzulänglichkeiten bereits im Kernstück einer Software enthalten, so verhält es sich so, dass die Instabilität und Inneffizienz dieser Software sowohl für den Entwickler wie auch für den Anwender immer weiter zunehmen wird. Es muss immer mehr unnötiger Code geschrieben werden, was zu unnötig hoher Komplexität und hohem Ressourcenverbrauch (CPU, Speicher, Strom) führt. Jedoch wird bei jeder Weiterentwicklung des Codes, die diese Fehler nicht behebt, auch die Abhängigkeit von diesen Fehlern stetig vergrößert. Eine Korrektur der ursprünglichen Fehler hätte nämlich zur Folge, dass auch alle darauf aufbauenden Code-Bestandteile umprogrammiert werden müssten. Irgendwann bleibt dem Programmierer nichts anderes mehr übrig, als die Software von Grund auf neu zu programmieren.

Und genau an diesem Punkt sind wir auch als Menschheit angelangt. Jedoch ist die fehlerhafte Software im Bewusstsein eines jeden Einzelnen „installiert“ und jeder ist selbst dafür verantwortlich, sich gewissermaßen neu zu programmieren.

Fülle statt Mangel

Ganz entscheidend, ob Menschen in der Fülle oder im Mangel leben, kommt es darauf an, ob sie ihr Zusammenleben an geistigen (qualitativen) oder materiellen (quantitativen) Werten orientieren:

Orientierung an materiellen Werten:

Quantitativer Profit von Individuen
Handel erzeugt und fördert Knappheit: Mehr für dich bedeutet weniger für mich und umgekehrt
Je mehr materiellen Besitz ich habe, desto mehr muss ich allen anderen wegnehmen und ihnen damit schaden
Und wenn es anderen Menschen in meinem Umfeld schlechter geht, dann wird auch meine Lebensqualität früher oder später darunter leiden führt zu einem Mangel an qualitativen Beziehungen
(Konkurrenz: Es ist nie genug für alle da → Jeder gegen jeden)

Orientierung an geistigen Werten:

Qualitativer Profit von Individuen
Teilen und Schenken führt zu Fülle: Geht es mir besser, geht es allen besser und umgekehrt
Wenn ich selbst in der Fülle bin (geistig in Form von Wissen, Fähigkeiten und Talenten und/oder materiell) dann kann ich diese Fülle mit anderen teilen, ohne, dass ich selbst Schaden davon nehme, ganz im Gegenteil wird hierdurch meine eigene Lebensqualität gesteigert
Je mehr geistige(n) Fähigkeiten / Besitz ich habe, desto mehr können alle anderen davon profitieren.
Und wenn es anderen Menschen in meinem Umfeld besser geht, dann wird auch meine Lebensqualität dadurch gesteigert
führt zu einer Fülle an qualitativen Beziehungen
(Kooperation / Co-Creation: Gemeinsames Erschaffen von Fülle → Es ist immer genug für alle da)

Wenn Menschen einen Mangel im Geiste entwickeln, so muss sich dieser zwangsläufig auch im Außen widerspiegeln. Denn die Gedanken der Menschen bestimmen ihre Taten. Und ihre Taten formen die Realität.
Die Umgebung, die Menschen um sich herum schaffen, ist daher immer ein Abbild der Qualität ihrer Gedanken.

Und da Mangel aus diesem Grund immer zuerst im Geist aufgelöst werden muss, ist das Erste, was jeder tun kann:
Geistigen Mangel (z.B. in Form von fehlendem Wissen und beschränkenden Glaubenssätzen) erkennen und auflösen.

Das Internet stellt ein ausgezeichnetes Werkzeug dar, mit dessen Hilfe dieser Mangel behoben werden kann. Gleichzeitig stellt es eine Art Wendepunkt dar, da es 2 gegensätzliche Prinzipien miteinander vereint:
Materie / Mangel:
– die Beziehung zum Toten in seiner höchsten Form: Computer und Internet sind heute allgegenwärtig, dringen in immer mehr Lebensbereiche vor und bewirken den oben beschriebenen Verlust an natürlichen Fähigkeiten in nie dagewesener Geschwindigkeit.
Geist / Fülle:
– schier unendliche Informationsvielfalt: Jeder kann zum Sender werden, nicht erst dank Plattformen wie youtube.com.
(Im Gegensatz zur bisherigen Medienlandschaft mit wenigen Anbietern wie Zeitungen, TV-Sendern etc., die zunehmend mehr die gleichen Inhalte, Meldungen und Meinungen verbreiten)
aktive und selbstbestimmte Auswahl von Informationen (Machtverschiebung vom Anbieter zum Nachfrager)
– die Vernetzung von Menschen (soziale und interessensbasierte Netzwerke) und Informationen (unterschiedlichste Wissensbereiche)
→ durch all diese Punkte birgt das Internet ein unheimliches Potenzial zur Auflösung von geistigem Mangel
Beispiele: Begreifen und verstehen, wie das Geld-, Handels-, und Rechtssystem funktioniert, Permakultur, Hirnforschung etc., vor allem auch das Erkennen der Zusammenhänge all dieser Wissensbereiche; siehe Externe Videos

Auflösung von Mangel und Knappheit

Um Mangel und Knappheit aufzulösen, muss logischerweise genau das Gegenteil von dem getan werden, was Mangel und Knappheit erzeugt und fördert.

Universelles und vernetztes Wissen statt spezifisches und isoliertes Wissen
Spezifisches und isoliertes Wissen (bedingt durch die Spezialisierung des Handels) fördert den Mangel,
Internet (siehe oben) und Kooperation mit interdisziplinärem Wissensaustausch lösen ihn auf
Kooperation statt Konkurrenz
Konkurrenz fördert den Mangel, Kooperation löst ihn auf
Beziehung statt Trennung
Trennung zwischen Menschen und Mensch und Natur fördern den Mangel, Beziehungen lösen ihn auf
Handel = Jeder gegen jeden
Aus Handelsbeziehungen werden menschliche Beziehungen (siehe auch Schenkbeziehungen)
Vertrauen statt Misstrauen und Angst
Misstrauen und Angst fördern den Mangel, Vertrauen löst ihn auf
Teilen und Schenken statt Tauschen und Handeln
Tauschen und Handeln fördern den Mangel (die Knappheit wird nur an andere weitergeben), Teilen und Schenken lösen ihn auf.
Wenn Einzelne in der Fülle sind (also mehr als genug haben; geistig in Form von Wissen, Fähigkeiten und Talenten und/oder materiell), können sie dies mit anderen teilen oder ihnen etwas davon schenken, ohne, dass sie selbst davon Schaden nehmen, ganz im Gegenteil wird hierdurch ihre eigene Lebensqualität gesteigert (siehe auch Schenkbeziehungen).
Bsp. Land teilen:
Nicht weil nicht genug für alle da ist, sondern, weil es ungleich verteilt ist und , um den Mangel an Wissen zu beheben.
Verantwortung übernehmen statt Verantwortung abgeben
Dinge wieder selbst in die Hand nehmen: z.B. indem ich Lebensmittel wieder selbst anbaue, Alltagsgüter selbst produziere, selbst Lebensmittel zubereite, dadurch die Qualität steigere, mein Organismus / mein Geist mehr Energie bekommt und damit mein körperlicher wie geistiger Zustand verbessert wird.
Qualität statt Quantität
Fokussierung der gedanklichen Energie auf Quantität fördert den Mangel an Qualität, Fokussierung auf Qualität löst ihn auf
Wenn es mir besser geht, kann ich bessere Lösungen finden, die mir und anderen helfen.
Geist statt Materie
Am Materiellen und dessen Begrenztheit orientierte Denkweisen fördern den Mangel, am Geist und dessen Grenzenlosigkeit orientierte Denkweisen lösen ihn auf
Vom Mangel und Knappheit zu Fülle und Überschuss.

Ein Zustand, wo Menschen eine starke Beziehung zu ihrem unmittelbaren Lebensraum (den Menschen, der Erde und allen dort befindlichen Lebewesen) entwickeln und pflegen, ist meiner Meinung nach die Grundlage für verantwortungsvolles und damit zukunftsfähiges Miteinander.
Meine Idee und das Nachbarschafts-Netzwerk sollen einen Teil dazu beitragen, dass diese Verbindungen und Beziehungen wiederhergestellt werden.