Warum den Geldbedarf reduzieren?

  • Geldsystem / Wachstumszwang und Konkurrenz

    Geld entsteht heute ausschließlich durch die Vergabe von Krediten (durch Zentralbanken und Geschäftsbanken). Im verzinsten Geldsystem ist jeder Kredit zusätzlich mit Zinsen versehen, die ebenfalls zurückbezahlt werden müssen. Das Problem ist nur: Das Geld für die Zinsen wurde nie in Umlauf gebracht, sondern bleibt immer als Forderung der Bank bestehen. Die gesamte im System verfügbare Geldmenge ist also stets so beschaffen, dass Schulden (bezogen auf das Gesamt-System) niemals zurückgezahlt werden können, auch deshalb nicht, weil es dann kein Geld mehr gäbe. Geld ist Schuld.

    → Kreditkunden müssen immer mehr Geld zurückbezahlen als sie aufgenommen haben, dies alleine schon (neben anderen Faktoren, siehe Kooperation statt Konkurrenz) führt zu einem systembedingten Wachstumszwang
    Konkurrenz entsteht zum Einen aus eben diesem Wachstumszwang, der dazu führt, dass sich Unternehmen immer mehr ausbreiten (mehr von einem Handelsgut verkaufen bzw. das Sortiment erweitern müssen) und dadurch mit anderen Unternehmen , die ähnliche oder die selben Waren und Dienstleistungen anbieten, mehr und mehr in Konkurrenz und Wettbewerb treten müssen und zum Anderen aus dem Umstand heraus, dass durch die permanente, künstliche Beschränkung der Geldmenge wir uns das fehlende Geld (für die Zinsen) gegenseitig abjagen/wegnehmen müssen.
    Auch ohne den von unserem heutigen Geldsystem verursachten Wachstumszwang entsteht Konkurrenz aus der Annahme heraus, es sei nie genug für alle da, siehe unter: Beweggründe – Mangel und Knappheit.
    Mehr dazu unter Externe Videos – System oder hier

  • Stetig wachsender Zinsanteil in allen Waren / Dienstleistungen / Mieten

    Ein sehr hoher Anteil der eigenen Arbeitsleistung wird durch das (Banken-) System in Anspruch genommen:
    “Der Zinsanteil an den Lebenshaltungskosten liegt inzwischen bei rund 40 Prozent. Diese Zinslast verbirgt sich vor allem in der Miete, aber auch in den Steuern und Abgaben. Sie erhöht auch alle Preise, da jeder, der an der Wertschöpfungskette beteiligt ist, seine Zinskosten in den Verkaufspreis einfließen lassen muss.”

    “Ein abhängig beschäftigter Arbeiter muss in etwa einen Tag lang arbeiten, um mit dem Geld, das er dafür netto bekommt, nur eine Arbeitsstunde eines anderen Arbeiters bezahlen zu können, der seinen Frondienst ebenfalls als abhängig Beschäftigter leistet. Das entspricht einem Verhältnis zwischen dem, was man verdient und dem was man bekommt von etwa 7 bis 8 zu 1, also einer Abgabenlast von über 85 %.”
    (Zitat aus Steuerboykott  von Ricoh Albrecht)

    Dies als Mensch zu akzeptieren bedarf einerseits doch einiges an Gutgläubigkeit und Vertrauen gegenüber staatlichen Strukturen und deren Fähigkeit, Steuergelder sinnvoll (für das Gemeinwohl) zu investieren, andererseits die Hinnahme der Tatsache, dass ein durch die stetig wachsende Staatsverschuldung immer höherer Zinsanteil in den Steuern enthalten sein muss.

  • Unnötige Tätigkeiten über die gesamte Handelskette hinweg

    Jeder Einzelne (Konsument) muss über die gesamte Handelskette hinweg, meist mehrfach, vollkommen unnötige Tätigkeiten wie Buchhaltung, Marketing, Finanzplanung, Steuerberatung, Unternehmensberatung, etc. mit bezahlen (ganz zu schweigen von Investmentbankern und anderen Vertretern der Finanzbranche bspw., deren Tätigkeit sich völlig abseits der Realwirtschaft abspielen, aber leider nicht ohne Auswirkungen auf die Realwirtschaft bleiben).
    Unnötig aus dem Grund, da diese Tätigkeiten nicht nur nichts dazu beitragen, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen und die Qualität menschlichen Zusammenlebens zu verbessern, sondern obendrein von jedem Einzelnen in den Preisen von Waren und Dienstleistungen mit bezahlt und damit erarbeitet werden müssen. Das System, das wir heute als Normalität akzeptiert haben, gleicht einer systemischen Beschäftigungs-Therapie, in der alle System-Teilnehmer entweder aktiv und unmittelbar mit der Verrichtung von Tätigkeiten verbringen, die alleine dem Geld und dessen Verwaltung dienen oder passiv (als Konsumenten) dazu gezwungen werden, diesen systemischen Überhang (Mehrkosten) mit ihrer Arbeits- und damit Lebenszeit mit zu erarbeiten.

    Mehr unter anderem zum Thema „Unnötige Arbeit“ von Prof. Dr. Christian Kreiß im Studium Generale:

  • Geldsystem unterliegt nicht den Einflussmöglichkeiten der Politik

    sondern der Kontrolle einer im Verhältnis zur Masse der Menschen winzig kleinen (nicht demokratisch gewählten) Minderheit, die nicht nur entscheidende Faktoren (die sich unmittelbar auf die Wirtschaft auswirken) beeinflussen können (Geldart, Geldmenge, Leitzins und Kreditvergabe werden von den Zentralbanken festgelegt), sondern auch in hohem Maße davon profitieren.
    Dass unser heutiges Geld- und Wirtschaftssystem kein stabiles und damit verlässliches System ist, zeigen die wiederkehrenden Wirtschafts- und Finanzkrisen. Die Rat- und Ahnungslosigkeit von Politik, Finanz- und Wirtschaftsexperten, was die Versuche zur Stabilisierung der Finanzmärkte angeht, wirken nicht gerade vertrauenserweckend und machen deutlich, dass sie von einer Position, in der sie wohlwissend lenkend und steuernd an den ursächlichen (nicht an den symptomatischen) Stellen eingreifen könnten, recht weit entfernt sind. Und diejenigen, die von einer höheren Position aus dies betrachten, aus genannten Gründen sicher kein Interesse daran haben, tiefere Zusammenhänge zu erläutern oder gar Veränderungen an einem System durchzuführen, das Ihnen, zumindest materiell gesehen, in hohem Maße entgegenkommt und nützt.

    Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, daß aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, dass das System ihnen feindlich ist.
    Gebrüder Rothschild, London 1863, Rothschild-Bankendynastie (u.a. Fed)

  • Künstliche Beschränkung des Geistes / der Möglichkeiten

    „Das kann ich mir nicht leisten“, „Das ist zu teuer“ oder „Da muss ich noch sparen“:
    Wir beschränken uns selbst durch Geld und materielles Denken. Durch die Fixierung auf Geld kann der Eindruck entstehen, dass nicht die Möglichkeiten darüber entscheiden, was real wird, sondern das Geld und die materiellen Mittel die Möglichkeiten definieren.

    “Wirklich wird nicht, was möglich ist, real wird erst das, was bezahlbar ist.”
    (Zitat aus Was ersparen wir uns, wenn es kein Geld mehr gibt  von Franz Schandl)

    Aus diesem Grund sind auch Glücks- und Gewinnspiele wie Lotto z.B. so beliebt: Menschen geben sich der Vorstellung hin, dass nur materieller Reichtum ihnen dabei behilflich sein kann, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen und merken gar nicht, wie sehr sie diese Vorstellung daran hindert, im Hier und Jetzt Veränderungen in ihrem Leben vorzunehmen, die mit einem Lottogewinn rein gar nichts zu tun haben.

    Durch die Verwendung von Geld und dessen systembedingte Knappheit (z.B. knappe Budgets in Krankenhäusern, Bildungseinrichtungen, Kultur nur noch dort, wo profitabel und mit Umsatz verbunden) akzeptieren wir eine Welt, die nicht nur auf ungeahnte Weise hinter ihren Möglichkeiten (in so gut wie allen Bereichen) zurückbleibt, sondern auch unnötigerweise Leid und Ungleichheit fördert.

    Ja sogar lassen wir es zu, dass die beschränkte Verfügbarkeit von Geld einen unmittelbaren Einfluss auf die Befriedigung unserer Grundbedürfnisse hat (bspw. schränken wir die Qualität unserer Nahrung ein, weil wir es uns nicht leisten können oder aus einem anderen Grund nicht leisten wollen „Gesundheits“-Industrie freut sich über neue Kundschaft). Zudem ist es gängige Praxis unter „Konsumenten“, dass die Qualität in Relation zum Preis gesetzt wird, wodurch die Qualität, durch einen besonders günstigen Preis, oftmals beschönigt bzw. vernachlässigt wird. Der Preis hat dann unser Qualitätsbewusstsein (sofern noch vorhanden dank Marketing) beeinflusst. „Für den Preis ist die Qualität aber wirklich ok“ heißt es dann. → „Gesundheits“-Industrie freut sich über neue Kundschaft. Die Tatsache, dass wir Menschen ein so beschaffenes System akzeptieren, ist nur durch einen Zustand, und ich muss es so deutlich formulieren, systemisch erzeugter Manipulation und Betäubung zu erklären (und in beiden Fällen hat „unser“ System einiges zu bieten).

  • Geld als maßgeblicher Faktor für Trennung und Spaltung

    Spaltung in Arm und Reich: Materielle Armut existiert nur, weil es materiellen Reichtum gibt und ungleiche Verteilung von Überfluss.
    direkt oder indirekt der Grund für die meisten Rechtsstreitigkeiten
    direkt oder indirekt der Grund von 99% aller Verbrechen
    ein Grund, warum Familien zerfallen.
    Geld als Mittel zur Kompensation von fehlenden Beziehungen.
    Geld steht nur zwischen uns und unseren Bedürfnissen. Es ist, war und wird jedoch nie das Bedürfnis selbst sein. Wer also das Geld (und dessen Verteilung und Verfügbarkeit) kontrolliert, kann auch den Zugang von Menschen (ja ganzen Staaten) zu ihren Bedürfnissen kontrollieren. Und Menschen, die daran glauben, dass bunte Zettel erforderlich sind, um menschliches Zusammenleben zu ermöglichen bzw. Bedürfnisse zu befriedigen, denen kann man auch noch ganz andere Dinge erzählen. Und genau dies passiert im Rahmen von Bildungseinrichtungen (Der Herr Professor wird es schon wissen, er hat ja schließlich studiert), Medien (was am lautesten geschrien wird, wird wohl stimmen) und Wissenschaft (wer einen weißen Kittel anhat, dem glaubt man sowieso blind). Nicht zu vergessen sind natürlich unsere Kinder, an die wir mittels Erziehung und Vorbildfunktion all das (Un-)Wissen, die Lügen und Halbwahrheiten, die uns im Namen des Kapitals ebenso eingetrichtert wurden, weitergeben (mit dem einzigen Unterschied, dass man sie nicht mal dafür bezahlen muss).

  • Materialisierung der Welt / aller Ressourcen auf dieser Erde

    Geld hat nahezu die gesamte Welt materialisiert und damit so gut wie alles, was wir zum Leben brauchen, zum Handelsgut gemacht. Fast jeder qm Land auf dieser Erde hat heute einen Eigentümer und die Mehrheit der Menschen wird in eine Welt hineingeboren, wo sie sich die Grundlage für ihr Dasein (Lebensraum, Unterkunft und Lebensmittel) erst durch eine Leistung in Form von Arbeit erkaufen muss. Unseren Kindern erklären wir diesen durchaus merkwürdigen Umstand als Schritt in die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit. Doch was für eine Unabhängigkeit soll dies sein? Denn: die Natur hat noch nie etwas von uns verlangt, weder für das Land, auf dem wir geboren wurden, noch für die Früchte, die uns ernähren. Wer also hat uns das Land einst weggenommen, es besetzt, um uns dann das Land, auf dem wir geboren wurden, nur für eine Gegenleistung wieder zur Verfügung zu stellen?

    Wer hat sich dieses Spiel einst ausgedacht (das sonst kein anderes Lebewesen auf diesem Planeten spielt)?
    Wie konnten wir dieses Spiel mit wahrer Freiheit verwechseln?
    Passend hierzu eine Geschichte aus der Anastasia-Buchreihe (Band 8.1): Der Dämon Kratie

    Ich denke, dass Bankinstitute gefährlicher als stehende Armeen sind. Wenn die amerikanische Bevölkerung es zulässt, dass private Banken ihre Währung herausgeben, dann werden die Banken und Konzerne, die so entstehen, das Volk seines gesamten Besitzes rauben bis eines Tages ihre Kinder obdachlos auf dem Kontinent aufwachen, den ihre Väter einst eroberten
    Thomas Jefferson (1743-1826), 3. Präsident der USA

  • Geld als Steuerungsmittel

    Dies alleine wäre nicht weiter problematisch, wenn das Geld nicht Spielregeln gehorchen würde, die ihm vom (verzinsten) Geldsystem auferlegt worden wären: Geld fließt hauptsächlich dort, wo es sich am schnellsten vermehrt. Es wird dort am meisten menschliche Arbeit verrichtet, wo es dem Kapital am meisten nützt, nicht den Menschen.
    Beispiele:
    Gezielte Steuerung von Forschungsmitteln im Interesse des Geldes (ganz gleich ob von Staat oder Wirtschaft finanziert, beide sind Teil des selben Finanzsystems), nicht im Interesse der Wahrheitsfindung oder der qualitativen Verbesserung menschlichen Zusammenlebens

    Für Geld zu arbeiten bedeutet als Angestellter immer, die Akzeptanz, eine Tätigkeit zu verrichten, die mein Vorgesetzter von mir verlangt und in vielen Fällen nicht dem entspricht, was mich mit Sinn erfüllt oder ich gerne tue. Gleiches gilt wiederum auch für meinen Vorgesetzten, der mglw. ebenso einen Vorgesetzten hat. Je höher ich in der Hierarchie aufsteige, desto mehr wird meine Tätigkeit daran orientiert sein müssen, den Profit des Unternehmens zu steigern und entsprechende Maßnahmen / Anweisungen an darunter liegende Ebenen weiter zu geben. Geld und die Abhängigkeit des Einzelnen davon, in Verbindung mit hierarchischen Strukturen (wie sie heute nahezu überall üblich sind) sind ein äußerst effektives Mittel, um Anweisungen von ganz oben nach ganz unten durchzureichen (siehe Anarchie statt Hierarchie?).

  • Steuergelder finanzieren ein System, welches außer Kontrolle geraten ist

    Mit Geld werden Steuern bezahlt und damit ein System unterstützt, das vollkommen außer Kontrolle geraten ist, in dem keiner mehr Verantwortung dafür übernehmen will, was er tut und Entscheidungen getroffen werden, die man als verantwortungsbewusster, eigenständig denkender Mensch sicher nicht mittragen kann.

  • Geldsystem „dient“ einer Minderheit

    Durch das verzinste Geldsystem bedingt findet eine stetige Umverteilung von “Fleißig (Arbeit)” nach “Reich (Kapital)”statt. Das Vermögen von Reichen vermehrt sich allein auf Grund des Zinseszins exponentiell, während die absolute Mehrheit der Menschen unter dem Strich, bedingt durch den relativ hohen Zinsanteil in Mieten und allen anderen Waren und Dienstleistungen, deutlich mehr Zinsen bezahlen muss als sie durch ihr Vermögen auf dem Bankkonto an Zinsen einnimmt. D.h. die allermeisten Menschen machen bei jedem Kauf ein systemisch bedingtes Verlustgeschäft (mehr dazu unter Externe Videos – System oder hier ). Unser System dient also einer Minderheit an Menschen, wobei man von „dienen“ auch nicht wirklich sprechen kann. Ihr Leben ist oft geprägt von ganz anderen Sorgen und Ängsten (Angst vor dem Verlust des Vermögens → Vermögenssicherung, weitere Vermehrung des Vermögens etc.). Sie sind zwar keine Zinssklaven mehr ab einer gewissen Menge an Geld (wie die Masse der Menschen), wodurch Sie einige Annehmlichkeiten erfahren dürfen, aber dennoch Leidtragende dieses Systems, nicht nur, weil sie wie gesagt andere mit Geld verbundene Sorgen und Ängste haben (deren Beschäftigung damit wiederum Lebenszeit kostet), sich ggfs. auch schützen müssen vor denjenigen, die in Armut leben (vor allem dort, wo der Kontrast aus Reich und Arm besonders groß ist), sondern auch, weil sie früher oder später, durch die grundlegende Funktionsweise der an das Geldsystem gekoppelten Wirtschaft bedingt, die gleiche verschmutzte Luft atmen, den gleichen Müll essen und mit den gleichen gesundheitschädlichen Produkten und Materialien in Kontakt kommen. Alles, was wir unserer Umwelt (Erde, andere Lebewesen) an Schaden zufügen, wird früher oder später (so sehr man auch versucht sich davor zu isolieren) zwangsläufig von jedem lebenden Organismus wieder aufgenommen. Und das ohne Unterscheidung zwischen Arm und Reich, Mensch, Tier oder Pflanze.

    Wenn du deiner Umwelt schadest, schadest du immer dir selbst.
    Und, wenn du dir selbst schadest, schadet dies auch immer deiner Umwelt.

    Passend hierzu eine sehr bewegende Geschichte aus der Anastasia-Buchreihe (Band 8.1): Der Milliardär

  • Menschen sind fühlende, nicht berechnende Wesen

    Wir sind es gewohnt, dass heute nahezu alles einen Preis hat und damit materiell und quantitativ bewertet werden kann. Doch macht dies überhaupt Sinn? Dass wir Materie (z.B. Produkte) und Taten (z.B. Dienstleistungen) bewerten können, steht außer Frage, aber doch erst mal nur mit unseren angeborenen Sinnen und Gefühlen. Wir Menschen sind fühlende Wesen, nicht berechnende Wesen (was sicher auch ein Grund dafür ist, warum viele Menschen nicht mit Geld „umgehen“ können). Und Gefühle können nur rein subjektiv bewertet und empfunden werden.

    Was für den Einen der höchste Genuss ist, kann für den Anderen die größte Qual sein.
    Was für den Einen zu viel ist, ist für den Anderen zu wenig.

    Der Versuch, objektive und quantitative Bewertungskriterien auf menschliches Zusammenleben anzuwenden ist inkompatibel mit dem subjektiven und qualitativen Bewerten (Fühlen) von Menschen, da eine intelligente und vielschichtige Bewertungsskala auf ein primitives und einfältiges Schema reduziert wird.
    Beispiele:
    Schadensersatz bei tödlichen Unfällen (Wie viel ist ein Menschenleben wert?)
    Wie viel Geld benötige ich, um ein erfülltes Leben zu führen? (Was ist meine Vorstellung von „erfüllt“?)
    Wie viel kostet eine Traumreise? (Wovon träume ich? Kann man dies überhaupt mit Geld kaufen?)
    → Wie viel kostet ein Lebensmittel? (Ohne „Lebens“mittel kein Leben, wie viel ist mir mein Leben wert?)

    Auch Gold oder andere Edelmetalle haben nur einen quantitativen Wert, weil wir ihnen diesen Wert zuweisen. Aber genauso wie Geld kann man auch Gold weder essen noch ist es in der Lage unmittelbar menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Die quantitative Bewertung von Gold dient nur dem Handel, der auf der Annahme / dem Glauben basiert, es sei nicht genug für alle vorhanden (siehe Fülle statt Mangel). Erst durch den fortschreitenden Handel und den damit einhergehenden materialistisch geprägten Denkweisen, wo Menschen sich zunehmend mehr über das Haben anstatt über das Sein definieren, also eine Bewusstseinsveränderung stattfindet, erfüllt Gold tatsächlich auch menschliche Bedürfnisse (durch Schmuck z.B. als Kompensation von einem Mangel oder als materielle Sicherheit).

  • Geld und Handel als Glaubenssysteme

    Geld:
    Zum Einen der Glaube daran und das Vertrauen darin, dass Geld einen inneren Wert hat.
    Widmet man sich dem Thema Geldsystem und wie Geld entsteht (Geldschöpfung), so wird man mehr oder minder rasch feststellen, dass Geld als Kredit (Schuld) entsteht (siehe ganz oben unter „Geldsystem“) und kurz gesagt nichts weiter als ein bunter Zettel ist (Fiat Money). Es funktioniert nur deshalb, weil wir alle darauf vertrauen, dass jeder daran glaubt und darauf vertraut. Geld steht heute so selbstverständlich in so gut wie allen Lebensbereichen zwischen uns Menschen, dass nur die allerwenigsten auf die Idee kommen, dies grundlegend zu hinterfragen. Doch das einzige, was zwischen uns Menschen existiert, sind die Beziehungen, die sich auf rein qualitativer und subjektiver Ebene (Gefühle) abspielen, nicht auf quantitativer und objektiver (Geld). Und was wir aus diesen Beziehungen machen und wie wir unser Zusammenleben gestalten, das hängt allein von dem ab, was wir uns vorstellen können.
    Handel / Materialismus:
    Ja sogar der Handel muss ein Glaubenssystem sein.
    Denn Handel macht nur Sinn, wenn die Güter, mit denen ich Handel betreibe, knapp sind (also die Grundannahme / der Glaube besteht, es sei nicht genug für alle vorhanden). Dass diese Knappheit damals, als der Handel angefangen haben muss, nicht real existent gewesen sein kann, sondern der Handel / Materialismus allein für die Entstehung und Förderung von Knappheit verantwortlich ist, habe ich unter Fülle statt Mangel beschrieben. Aus der Grundannahme der Knappheit heraus entsteht nicht nur die Konkurrenz unter den Menschen (mehr für dich bedeutet weniger für mich), sondern auch das Prinzip aus Leistung und Gegenleistung.
    Wenn ich keine Gegenleistung (z.B. in Form von Geld) erhalte, so bin ich auch nicht bereit, selbst etwas zu leisten.
    Denn: Wenn ich keine Gegenleistung erwarte (also etwas verschenke), dann könnte ich unter Umständen derjenige sein, der sich am Ende ein existenzielles Gut / Bedürfnis nicht mehr leisten kann, da ich einst auf den Erhalt einer Gegenleistung verzichtet habe. Es besteht die Möglichkeit, dass ich niemanden finde, der bereit ist, mir das benötigte Gut zu schenken. Da wir fühlende Wesen sind, lassen wir es zu, dass (Existenz-)Ängste in uns aufkommen, die uns dazu anhalten, das Spiel des Handels / Materialismus (mehr gleich besser und nichts zu verschenken) weiter aufrecht zu erhalten.

    Wachstumsdrang durch Handel / Materialismus:
    Weiter oben (und auch an anderen Stellen) habe ich beschrieben, dass das verzinstes Geldsystem die Ursache für den Wachstumszwang ist. Blickt man jedoch auf die zugrundeliegende Ebene des Materialismus (Handel), so kann man erkennen, dass es hier zwar keinen Wachstumszwang, jedoch auch einen Wachstumsdrang gibt.
    Handel / Materialismus führt auf der einen Seite zur Entstehung von (Existenz-)Ängsten und einem damit verbundenen Verlangen nach mehr Sicherheit, was wiederum zur Tendenz führt, dass Einzelne mehr Materie/Besitz anhäufen (mehr Besitz = mehr Sicherheit), als sie unmittelbar zum Leben benötigen (besser zu viel als zu wenig) und auf der anderen Seite zu Verhaltensweisen, wo sich Menschen mehr und mehr über ihren Besitz definieren und unnötige Besitztümer anhäufen, nur um damit ihren gesellschaftlichen Status auszudrücken.
    Ein durch Ängste geschürter Drang nach materiellem Wachstum lässt sich also auch auf diese Weise erklären.
    Doch das Wachstum wird nie genug sein, denn je mehr Sicherheiten / Besitz ich habe, desto größer ist auch wiederum die Angst vor dem Verlust dieser Sicherheiten. Die Angst bleibt also ein steter Begleiter.

    In der Fülle ist immer dafür gesorgt, dass genug für alle da ist, es gibt dann also weder einen Grund, Handel zu treiben, noch einen Grund unsere materiellen Bedürfnisse (Ressourcen) quantitativ zu bewerten.

    Doch der einzige Weg in die Fülle, ist der Weg durch die Angst.
    Z.B. Die Angst davor, selbst nicht mehr genug zu haben, wenn ich etwas verschenke.
    Die Angst vor seinen eigenen Mitmenschen. Nur durch „Liebe statt Angst“, „Vertrauen statt Misstrauen“, „Kooperieren statt Konkurrieren“ usw. können alle Mängel aufgelöst werden.
    Mehr dazu unter Fülle statt Mangel

Eine Welt ohne Geld

Durch eine Kooperation von Mensch zu Mensch und damit die Hinfälligkeit unseres heutigen Systems würden enorme Ressourcen freigesetzt werden, welche dazu genutzt werden könnten, vorhandene Mängel auszugleichen bzw. vernachlässigten Bedürfnissen (z.B. Familie) und Tätigkeiten nachzugehen, die unser Zusammenleben qualitativ verbessern.

Und vieles Weitere wäre möglich:

Was ersparen wir uns, wenn es kein Geld mehr gibt von Franz Schandl)

Eine Welt ohne Geld – Wie soll das gehen? FAQ

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