Getreideprodukte & Gluten

Über den Begriff der Glutenunverträglichkeit bist du vermutlich schon einmal gestolpert. Glutenunverträglichkeit ist jedoch keine Modeerscheinung, die bei Großstädtern im Trend liegt. Die Wahrheit ist: Niemand ist glutenverträglich. Gluten ist Gift für deinen Darm. Manche Ärzte diagnostizieren diese neue Errungenschaft im Symptomkatalog mehr oder minder zufällig, wenn sich so gar nichts anderes finden lässt oder auch der Patient eine diesbezügliche Untersuchung wünscht. Das in vielen Lebensmitteln (Brot, Pasta etc.) enthaltene Gluten (von lat. gluten: Leim | engl. glue: Klebstoff) verklebt im wahrsten Sinne des Wortes deinen Darm und erschwert die Aufnahme von Vitaminen und Nährstoffen. Gluten war jedoch nicht immer schon im Getreide enthalten. Erst durch die menschliche Kultivierung wurde Getreide so gezüchtet, dass es sich zum Einen immer leichter ernten ließ und zum Anderen das immer beliebter werdende (weil schnell sättigende) Brot einfacher herzustellen war (siehe Dehneigenschaften bei Mehl).

Was viele nicht wissen: Durch den natürlichen Gärprozess bei der Brotherstellung entsteht Alkohol.
Dass Gärprozesse allgemein und natürlich auch der dabei entstehende Alkohol schädlich sind, kannst du dir wahrscheinlich schon denken. Versuche daher deinen Brot & Getreidekonsum zu reduzieren.

In welchen Getreidesorten ist überall Gluten enthalten?

Weizen, Dinkel (auch in Grünkern), Hafer, Roggen, Emmer, Kamut

Welche Getreideprodukte werden daraus hergestellt?

➜ Brot in allen Varianten (auch das vielfach als so gesund gepriesene Vollkorn-Brot)
➜ Gebäcke und Kuchen in allen Varianten
➜ Nudeln in allen Varianten
➜ Müsli / Cerealien
➜ Couscous und Bulgur (bestehen beide aus Weizen),
➜ Semmelknödeln, Pizza etc.

Die Behauptung, dass man sich mit einer naturbelassenen Ernährungsweise weniger abwechslungsreich ernähren würde als das mit einer “normalen” Ernährung der Fall wäre, lässt sich also leicht widerlegen: Denn das, was die meisten Menschen als abwechslungsreich empfinden, ist lediglich ein und dasselbe Grundprodukt, nämlich obige Getreidesorten (hauptsächlich Weizen) in unterschiedlichsten Zubereitungsvarianten.

Falls du jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägst und dich fragst “Was soll ich denn dann noch essen?”: Keine Panik, nichts geht von heute auf morgen. Diese Maßnahme zählt ohne Frage zu den schwierigsten Herausforderung bei der Ernährungsumstellung. Wann du diesen Punkt Schritt für Schritt angehen möchtest, entscheidest natürlich ganz allein du. Der positive Effekt auf die Gesundheit kann je nach Ausgangszustand jedoch sehr gravierend ausfallen (klarere Gedanken, Symptome wie Blähbauch, Müdigkeit etc. können verschwinden).

Wie groß die Abhängigkeit von Brot und anderen Getreideprodukten ist, merken die meisten erst, sobald sie versuchen diese für einige Zeit aus ihrem Speiseplan zu streichen. Von meiner eigenen Ernährungsumstellung weiß ich, wie schwierig dieser Punkt sein kann, insbesondere dann, wenn man nahezu täglich Brot oder anderes Gebäck konsumiert hat. Wenn man die Zeit hat bzw. sich nehmen will, gibt es aber ausgezeichnete Rezepte und Brot-Alternativen, die sehr gesund sind und auch geschmacklich das handelsübliche Brot oft übertreffen (siehe Rohkost Rezepte).

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